#164 Jebi schlägt zurück – Wie Taifun Jebi unsere Pläne zerstörte

Eigentlich wollte ich mich ja erst in über einer Woche wieder melden, aber wie ihr vielleicht mitbekommen habt, wurde Osaka am Dienstag (04.09.) vom schwersten Taifun seit 25 Jahren namens Jebi getroffen. Da wir gerade in Osaka sind, haben wir ihn live miterlebt. Jebi erreichte Windgeschwindigkeiten von 210 kmh und richtete einige Schäden in der Stadt an. Dadurch gab es auch für uns ein nicht unerhebliches Problem.

Wir sind an dem Tag in unserer Unterkunft, einem fünf Quadratmeter Zimmer in einem Shared House, geblieben und haben Jebi vorbeiziehen lassen. Unsere Unterkunft hat zwar ordentlich gewackelt, aber uns ist nichts passiert.

Jebi ist auch sehr schnell durchgezogen und am Abend waren wir schon wieder in unserer näheren Umgebung unterwegs, weil wir noch Lebensmittel kaufen wollten. Es waren aber fast alle Geschäft wegen Jebi geschlossen. In den Straßen lagen teilweise Trümmer und Müll herum, Vordächer waren weg oder Fassaden sind von den Wänden gefegt worden.

Wir haben dann noch ein geöffnetes Gyoza-Restaurant gefunden, in dem wir etwas gegessen haben. Hier war es sehr voll, da die meisten anderen Restaurants nicht geöffnet hatten.

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Am Mittwoch nach dem Aufstehen erfuhren wir, dass es den Flughafen von Osaka, der auf einer künstlichen Insel im Meer liegt, schwer getroffen hat. Er wurde komplett überflutet. Außerdem wurde die einzige Verbindungsbrücke zum Festland von einem Tanker gerammt und schwer beschädigt. Der Flughafen ist momentan komplett außer Betrieb und voraussichtlich werden eine Woche keine Flüge stattfinden.

Womit wir bei unserm Problem angekommen wären. Denn eigentlich wollten meine Freundin und ich am heutigen Donnerstag von Osaka für eine Woche nach Honolulu in Hawaii fliegen, um uns dort mit einem Freund zu treffen, der momentan für ein Jahr in den USA arbeitet.

Die Fluggesellschaft versicherte uns aber, dass der Flug stattfinden würde. Wir waren da sehr skeptisch, konnten aber nur abwarten was passiert. Wir fuhren also in die Stadt, um Okonomiyaki zu essen. Das konnten wir dann sogar selbst auf der heißen Platte an unserem Tisch zubereiten.

Gestern Abend gegen 20 Uhr haben wir von unserer Fluggesellschaft erfahren, dass unser Flug nicht stattfinden würde. Wir haben dann überlegt und recherchiert, ob es eine Möglichkeit gibt trotzdem nach Honolulu zu kommen. Leider hätte die Buchung eines anderen Fluges das sechsfache gekostet und auch sonst gab es keine bezahlbare Alternative für uns. Wir mussten also der Realität ins Auge sehen. Unsere Reise nach Hawaii war jetzt vorbei.

Wir hatten dann noch etwa bis 1:30 Uhr damit zu tun Stornierungen durchzuführen und alles mit dem Freund, mit dem wir uns auch eine Unterkunft teilen wollten, zu klären. Außerdem mussten wir heute Morgen noch eine neue Unterkunft finden, damit wir ab heute nicht obdachlos sind.

Wir wollten das Beste aus der Situation machen und sind deshalb jetzt auf dem Weg nach Hikone am Biwa See. Dort werden wir zwei Nächte in zwei verschiedenen Hotels verbringen und uns eine weitere der original erhaltenen Burgen ansehen.

Das war jetzt das dritte Mal innerhalb eines Monats, dass ein Taifun unsere Pläne durchkreuzte. Zuerst mussten wir wegen eines Taifuns die Fujibesteigung verschieben, dann hatten wir wegen eines andern Taifuns bei der Besteigung schlechtes Wetter und jetzt hat Jebi unsere Hawaiireise zunichtegemacht.

 

 

Habt ihr von dem schweren Taifun Jebi gehört? Wie hättet ihr in unserer Situation gehandelt?

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4 Gedanken zu “#164 Jebi schlägt zurück – Wie Taifun Jebi unsere Pläne zerstörte

  1. Thomas Gittel schreibt:

    Da fiel mir das „gefällt mir“-Sternchen aber doch schwer. Denn auch wenn ich mich freue, dass Ihr den Taifun überstanden habt (kein Mensch in Japan würde den übrigens „Jebi“ nennen – hier wird doch einfach nur stoisch durchnummeriert), ist das Chaos, das der Taifun in Eurer Planung hinterlassen hat, so gar nicht etwas, was einem „gefallen“ würde.
    Vielleicht ein kleiner Trost: Ich darf ab morgen hier in Tokyo Touristen-Notdienste leisten, da offensichtlich mehrere deutsche Reisegruppen in Osaka hängengeblieben sind und neu in Tokyo Ankommende ohne Betreuung dagestanden hätten.
    Namentlich um Eure ausgefallene Hawaiireise tut’s mir aber besonders leid. Kommt noch mal nach Tokyo, dann zeig‘ ich Euch all meine Hawaiibilder…. But then: Who needs Hawaii, if you can have Lake Biwa? And who needs hamburgers & hula, if you can have gyoza, okonomiyaki and awa odori? Seht’s einfach auf diese Weise!

    Gefällt 1 Person

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