#154 Hoch lebe die Bürokratie, ein Tag auf dem Amt

Wie ja bereits berichtet sind wir am 31.08.2018 im Norden von Tokyo angekommen. Gleich am 01.08. haben wir unseren Gang aufs Amt erledigt um uns in Tokyo anzumelden. Wie lange das gedauert hat, erfahrt ihr jetzt.

Wir haben uns diesmal ordnungsgemäß an unserem alten Wohnsitz in Taketoyo abgemeldet und waren guter Dinge, dass die Anmeldung diesmal zügig von statten gehen würde. Falsch gedacht.

Wir sind etwa 12 Uhr auf dem Amt angekommen und haben unser Anmeldeformular ausgefüllt und eine Nummer gezogen, um bald dran zu kommen. Da in Tokyo einiges mehr los ist als in Taketoyo, mussten wir auch länger warten. Als wir daran waren gaben wir Residence Card, My Nummer Card und Anmeldeformular ab und setzten uns für die nächste Wartezeit.

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Nach etwa einer Stunde warten, kam unsere Bearbeiterin zu uns. Wir mussten noch eine Erklärung schreiben, weil die Adresse, die wir bei der Abmeldung angegeben hatten, nicht mit der auf dem Anmeldeformular übereinstimmte. Das konnten wir zum Glück auf Englisch machen. Danach hieß es weiter warten.

Da wir uns auch noch die Rückerstattung unseres Krankenversicherungsbeitrages von Kyoto kümmern wollten, haben wir uns aufgeteilt. Meine Freundin hat weiter gewartet und ich bin zu einem Schalter für Ausländer gegangen um mir Hilfe von jemanden zu holen, der Japanisch und Englisch spricht.

Ich erklärte der Frau, dass wir den Beitrag für die Krankenkasse in Kyoto für ein Jahr bezahlt haben und erst danach erfahren haben, dass wir der Krankenversicherung nicht beitreten müssen. Sie erklärte mir wir hätten keine Wahl und müssten der gesetzlichen Krankenkasse beitreten. Das irritierte mich und ich wusste gar nicht mehr was nun richtig ist.

Inzwischen war die Anmeldung nach 3,5 Stunden auch endlich abgeschlossen. Wir beschlossen, dass wir für heute genug vom Amt hatten und die Krankenversicherung am nächsten Tag erledigen würden. Da es inzwischen 15:30 Uhr war, gingen wir bei Sushiro essen. Das ist ein Föderband-Sushi-Laden bei dem jeder Teller 100 Yen kostet. Dort gibt es auch eine Menge Nichtfischsushi.

Als wir wieder zuhause waren, habe ich den Beitrag über Ummelden und Krankenversicherung geändert, um keine Lügen zu verbreiten.

Am nächsten Tag als wir dann die Krankenversicherung in Tokyo abschießen wollten, erfuhren wir, dass wir es doch nicht müssen. Darüber waren wir sehr froh, weil es bei unseren vielen Umzügen sonst die bürokratische Hölle geworden wäre. Ich habe also den Beitrag über Ummelden und Krankenversicherung wieder in ihre Ursprungsform gebracht. Aber noch mal für alle die sich unsicher sind:

Ihr müsst mit einem Working Holiday Visum und einer in Deutschland abgeschlossenen Auslandskrankenversicherung nicht der gesetzlichen Krankenkasse in Japan beitreten!

Wenn ihr der gesetzlichen Krankenversicherung beitreten wollt, könnt ihr das aber gerne tun. Immerhin deckt diese bei einem Arztbesuch sofort 70% der Arztkosten ab. Die restlichen 30% müsst ihr selbst tragen und bekommt diese dann (falls vorhanden) von eurer Auslandskrankenversicherung zurückerstattet. Habt ihr die gesetzliche Krankenversicherung nicht abgeschlossen, müsst ihr beim Arzt die vollen 100% selbst zahlen und bekommt diese dann nachträglich von eurer Auslandskrankenversicherung zurückerstattet.

Für die Rückerstattung unseres zu viel bezahlten Krankenkassenbeitrags in Kyoto müssen wir übrigens noch mal nach Kyoto, denn die verschiedenen Versicherungen können leider nicht miteinander kommunizieren. Zum Glück sind wir sowieso im September in der Nähe. Da können wir das erledigen.

 

 

Ist das noch bürokratischer als in Deutschland? Habt ihr schon mal bei Sushiro gegessen?

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8 Gedanken zu “#154 Hoch lebe die Bürokratie, ein Tag auf dem Amt

  1. Thomas Gittel schreibt:

    Man hat die Japaner ja schon „die Preußen Asiens“ genannt, weil hier der Amtsschimmel besonders vehement wiehert. Aber das, was Ihr bei den Meldebehörden erlebt, würde haushoch übertroffen werden, wenn Ihr auch noch japanische Banken in Euer „Repertoire“ aufnehmen würdet. Dort heißt es dann erst recht: Ganbarieren, bis der Arzt kommt….
    Japan IST bürokratischer als Deutschland – aber immerhin sind die meisten Mitarbeiter bei den Ämtern richtig nett.

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  2. wordBUZZz schreibt:

    Meine Amtsgänge für mein Auslandsjahr waren gar nicht schlimm. Nur die jeweiligen Dinge immer Beglaubigen zu lassen war so nervig. Ständig musste dieses oder jenes nach Köln geschickt werden und zurück. Sehr nervig. Ich habe versucht immer früh morgens dort zu sein (dann vielen meist gaaaaanz zufällig die ein oder andere Unterrichtsstunde aus ;)) oder ich habe gleich einen Termin vereinbart.

    Ich denke je größer die jeweilige Stadt ist, desto komplizierter oder komplexer ist das System. Und ich habe die Vermutung, dass leider das Herkunftsland aus dem die jeweilige Person auch eine ganz große Rolle spielt :/ Zumindest hier in Deutschland, von japanischen Beamten habe ich natürlich absolut keine Ahnung.

    Gefällt 1 Person

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