#43 Tag 11 Nara und die Rehe

Wir befinden uns seit kurzem im Jahr 2017, aber ich schreibe jetzt erstmal über den 01.09.2015, dem 11. Tag meiner Japanreise.

Wie jeden Tag genossen wir ein leckeres Frühstück am Stromkasten neben Kohyo-Supermarkt, bevor wir uns mit dem Lokalzug nach Nara begaben.

Nara war von 710 bis 784 Hauptstadt Japans und ist heute vor allem wegen der vielen Rehe dem Daibutsu, sowie der unzähligen Tempel und Schreine in Narapark bekannt. Aber eins nach dem anderen.

Wir sind am Vormittag an der, dem Narapark sehr nahe liegenden, Kintetsu Nara Station angekommen und so schlecht das Wetter in Himeji war, so gut war es in Nara. Blauer leicht wolkiger Himmel und viel Sonne. Es war zwar auch sehr warm, aber das hat uns wenig gestört. Wir hatten nicht vor in die Stadt zu gehen, sondern wollte uns den ganzen Tag im Narapark aufhalten. Das haben wir auch gemacht.

Gleich nach dem Eingang des Parks kann man sich den Kofuku-ji, einen buddhistischer Tempel, mit fünfstöckiger Pagode und großem Platz, auf dem die ersten Rehe herumlaufen, ansehen. Danach kommen die Grünflächen des Parks, auf denen es noch jede Menge mehr Rehe zu sehen gibt.

Wir gingen an einem großen Museum vorbei, da wir unsere Zeit lieber bei schönem Wetter im Park, als in einem Museum verbringen wollten. Wir aßen ein leckeres Machasofteis und begaben uns Richtung Todaiji. Vor diesem ist ein See mit einer kleinen Insel darauf. Natürlich gibt es auch hier jede Menge Rehe, aber auch Japanerinnen im Yukata (einem leichten Sommerkimono) zu sehen.

Wir bezahlten 500 Yen an der Kasse und betraten den Todaiji. Gleich fällt uns die riesige Holzhalle (Daibutsu-den) auf, in der sich der Daibutsu befinden soll. Wir bewegen uns auf die Halle zu und sie wurde immer größer.

Beim Betreten der Halle bleiben wir erstaunt stehen und lassen den riesigen 15 Meter hohen, aus 450 t Kupfer bestehenden Buddha auf uns wirken. Auf dem Foto sieht man übrigens einen Menschen, der die imposante Größe des Daibutsu verdeutlicht. Links und rechts neben dem Buddha sind nicht so große, aber vergoldete Buddhastaturen und noch weiter außen riesige Hölzerne Tempelwächter. Wirft man einen Blick nach oben, kann man die gewaltige Holzkonstruktion der Halle bestaunen.

Diese wird von dicken Säulen gehalten. Eine dieser Säulen hat ein Loch, welches angeblich genau so groß ist, wie ein Nasenloch des Daibutsu. Es heißt, wer es schafft durch das Loch zu krichten, ist der Erleuchtung einen Schritt näher. Ich habe das „Nasenloch“ übrigens erfolgreich passiert und bin schon so gut wie erleuchtet 🙂 Hinter dem Daibutsu gibt es noch diverse Holzmodelle von früheren Versionen der Daibutsu-den, sowie eine Hand des Buddhas zu sehen.

Nachdem wir uns alles genau angesehen haben, haben wir den Park weiter erkundet und sind über einige Treppen nach oben auf einen kleinen Berg gestiegen. Dabei sind wir durch bewaldetes Gebiet gegangen und an Wiesen sowie Tempeln vorbeigekommen. Von Oben hatten wir eine gute Aussicht über Nara.

Wir gingen den eingeschlagenen Weg weiter und kamen schließlich am Kasuga Taisha an, den wir kurz besichtigten und uns vor einem kurzen Regenschauer in Sicherheit brachten.

Wie bereits erwähnt gibt es in Nara jede Menge Rehe. Es sollen insgesamt über 1.000 sein. Wir haben auch ziemlich viele gesehen und von daher denke ich, dass das hinkommen kann. Da die Rehe aber sehr gut an die Menschen gewöhnt sich und auch überall gefüttert werden, sind sie auch ziemlich penetrant und dreist.

Während ein Reh mein T-Shirt wie eine Spagetti einsog, um darauf herumzukauen und es erst nach einer ordentliche Kopfnuss von mir wieder freigab, machte sich später ein Reh an Marcels Rucksack zu schaffen, weil es vermutlich gesehen hat, wie er dort Muffins herausholte. Sobald man etwas essbares in den Händen hält, sollte man sich vor den Rehen in Acht nehmen. Ich habe eine Japanerin gesehen, die versuchte sich die Rehe mit einem Schirm vom Leib zu halben und auch eine die Selfies mit einem Reh machen wollte.

Am Nachmittag fuhren wir mit dem Zug zurück nach Osaka. Als wir etwas gegessen hatten und es schon dunkel geworden war, begaben wir uns auf die Suche nach einem Geocache, der groß genug war um den Travelbug auf dem Foto darin zu deponieren. Einen Cache fanden wir nicht und ein anderer (Flachendeckel mit Magnet an einer Laterne) war viel zu klein. An einer Brücke fanden wir schließlich einen Federmappen-Cache, in den die „Travelcat“ hineinpasste.

Als erfolgreiche Schatzsucher und -verstecker kehrten wir zum Hotel zurück und gingen bald ins Bett um am nächsten Tag unsere nächsten Abenteuer zu erleben. Dann sollte es nämlich nach Hiroshima gehen.

 

Habt ihr schon mal von Nara und seinen vielen Rehen gehört? Würdet ihr Rehe streicheln und füttern oder ihnen eher aus dem Weg gehen?

 

Advertisements

4 Gedanken zu “#43 Tag 11 Nara und die Rehe

  1. wordBUZZz schreibt:

    Von den Rehen habe ich noch nie gehört, aber das Deutsche Äquivalent dazu wären wohl die Ziegen aus dem Wildpark Schwarzeberge… Die reißen dir das Futter quasi aus der Manteltasche. Geocaching wollte ich auch schon immer mal ausprobieren, aber die App dazu sieht wahnsinnig kompliziert aus und sie frisst Akku ohne Ende.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s